Am Wochenende vom 22. und 23. November 2025 erlebte der Bienkensaal in Oensingen einen ganz besonderen klanglichen Höhepunkt: Die Musikgesellschaft Melchnau und die Konkordia Balsthal verbanden sich unter der gemeinsamen Leitung von Wolfgang Nussbaumer zu einem rund 100-köpfigen Orchester — ein massives und beeindruckendes Gemeinschaftsprojekt unter dem Motto „Klangfusion“.
Gemeinschaft auf höchstem Niveau
Die Idee zu diesem Konzert entsprang dem Umstand, dass beide Orchester bereits seit Jahren von derselben künstlerischen Hand geführt werden. Nussbaumer dirigiert die Musikgesellschaft Melchnau seit 2012 und die Konkordia Balsthal seit 2020 — die gemeinsame Leitung bot die perfekte Grundlage für das ambitionierte Projekt.
Dass sich zwei Ensembles — eines aus dem Oberaargau, eines aus dem solothurnischen Thal — zusammenschliessen, ist aussergewöhnlich. Doch genau diese Fusion ermöglichte eine Orchesterbesetzung, wie sie selten anzutreffen ist: eine grosse Vielfalt an Instrumenten, von Bläsern bis hin zu Saxophonen und einem üppigen Schlagwerk, sowie genug Musikerinnen und Musiker, um komplexe und grosse Werke eindrucksvoll umzusetzen.
Ein Programm mit Anspruch und Leidenschaft
Das Konzertprogramm liess keine Wünsche offen: Mit Werken wie Libertadores (Óscar Navarro), With Heart and Voice (David Gillingham) oder Lake of the Moon (Kevin Houben) erwartete das Publikum eine musikalische Vielfalt — von emotional bis dramatisch, von ruhig bis kraftvoll.
Besonders stolz waren die Organisatoren auf die ungewöhnlich grosse Trommel- und Schlagzeugsektion: Neun Schlagzeugerinnen und Schlagzeuger gehörten zum Orchester — eine Herausforderung bei der Besetzung und Programmgestaltung, die mit viel Engagement gemeistert wurde.
Der Klang: mächtig, homogen, mitreissend
Unter der feinfühligen, zugleich präzisen Leitung von Wolfgang Nussbaumer verschmolzen die zwei Orchester zu einem homogenen Klangkörper. Die Balance zwischen Holz, Blech und Schlagwerk, die Dynamik, der gemeinsame Ausdruck — all das liess das Konzert zu einem eindrucksvollen Erlebnis werden. Für viele Zuhörer war der Klang beeindruckend, mit grossen Klangflächen und zugleich feinen Details.
Nicht zuletzt war zu spüren, wieviel Herzblut und Engagement in diesem Projekt steckten: Die Musikerinnen und Musiker zeigten grosse Bereitschaft zur Zusammenarbeit, hörten aufeinander und gaben Raum für ein gemeinsames Miteinander — fernab von Einzelkämpfertum. Das spürte man in jedem Ton.
Ein Abend für Musikliebhaber — und ein Leuchtturmprojekt
Das Konzert der Musikgesellschaft Melchnau und der Konkordia Balsthal war weit mehr als ein gewöhnlicher Blasmusikabend. Es war ein Statement: Dass Zusammenarbeit über Kantonsgrenzen hinweg entstehen kann — getragen von Leidenschaft, musikalischem Anspruch und dem Mut, neue Wege zu gehen.
Für viele Besucher bleibt der Abend unvergessen: wegen der eindrücklichen Besetzung, wegen des abwechslungsreichen Programms — und wegen des Klanges, der zwei Orchester zu einer Einheit verschmelzen liess.
Wer dieses Spektakel verpasst hat, kann es nur bedauern. Für alle, die dabei waren: Ein Highlight der besonderen Art, das zeigt, was möglich ist, wenn Musik verbindet.
